Mons. Frano Illia (1993–1997)

Imzot Frano Illia wurde am 21. Februar 1918 im Dorf Juban bei Shkodra geboren. Am 18. Dezember 1943 empfing er die Priesterweihe. Er wirkte in Tirana, Shkodra, Milot und Umgebung. 1967 wurde er verhaftet, und am 25. April 1968 wurde er zum Tod verurteilt. Ein besonderes Datum in seinem Leben ist der 25. April 1993: Genau 25 Jahre nach diesem Urteil, das in lebenslange Haft umgewandelt worden war, sollte er während des unvergesslichen und historischen Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Albanien aus dessen eigener Hand die Bischofsweihe empfangen.

So wurde Imzot Frano Illia der erste Metropolitan-Erzbischof von Shkodra nach der Diktatur. Für seine unermüdliche Arbeit an der Sammlung und Kodifizierung des Kanun des Skanderbeg erhielt er auch den Titel eines Professors; das Werk erschien erst viele Jahre, nachdem es zum Druck vorbereitet worden war. Dennoch blieb er stets der einfache Priester, Dom Franoja, ein Mann, der sein ganzes Leben dem Altar und der nationalen Kultur, dem Glauben und dem Vaterland geweiht hat.

Beharrlich forderte er von den Katholiken die Heiligung des Lebens und die Pflege der Kultur. Der Heiligung und der Kultur diente er sein Leben lang: Mit größter Sorgfalt und Liebe erfüllte er seinen priesterlichen Auftrag, einerseits stets treu dem Evangelium Christi, andererseits ohne je die Feder aus der Hand zu legen. So hinterließ er ein Werk, das seiner Nation und seinem Volk bis heute dient: den „Kanun des Skanderbeg“.

Wir erinnern daran, dass Imzot Frano Illia, der Verfasser des „Kanun des Skanderbeg“, ein Mann des Dialogs, des Friedens und der Harmonie war. Er hinterließ auch das Beispiel eines unermüdlichen Arbeiters für die Ökumene, eines Priesters, der sein ganzes Leben lang mit den Brüdern anderer Glaubensgemeinschaften für das Gemeinwohl  und im Namen der nationalen Einheit zusammengearbeitet hat.

In den Spuren der nationalen und christlichen Tradition der Albaner zögerte Imzot Franoja nicht nur nicht, von aufrichtiger Brüderlichkeit und der Bewahrung des Zusammenlebens in Shkodra und in Albanien zu sprechen, sondern organisierte auch persönlich den Schutz der Gotteshäuser der nordalbanischen Stadt: Er bat die Vertreter der islamischen Gemeinschaft, die Kirchen zu bewachen, und sandte seine katholischen Priester aus, um die Moscheen von Shkodra zu schützen. Dies war ein besonderes Ereignis in der Geschichte der albanischen Nation, das in die Annalen der Unruhen von 1997 eingegangen ist.

Erzbischof Frano Illia lebte nach dem Wahlspruch: „Selbst wenn man mir hundert Leben verspräche – keines davon möchte ich um den Preis der Verleugnung des Glaubens.“ Ein Leitwort, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Er starb am 22. Oktober 1997.

(Quelle: Vatican News)