Die Vergangenheit des Erzbistums Shkodra-Pult
Die kirchliche Organisation in der Praevalitana
Die Spuren des Christentums in der benachbarten Provinz Dalmatien reichen bis ins 1. Jahrhundert zurück. Für jene Zeit kann man nur von einigen kirchlichen Gemeinschaften oder Gemeinden sprechen, die sich im 2. Jahrhundert zu einer Diözese mit Sitz in der Stadt Salona zusammenschlossen. Nach dem Edikt von Mailand aus dem Jahr 313 begannen die Diözesen aufzuleben, sich kräftiger zu entwickeln und sich als territoriale kirchliche Einheiten zu organisieren, wobei sie sich auf die damalige politisch-administrative Gliederung stützten. Obwohl über die Anfänge des Christentums in der römischen Provinz Praevalitana keine schriftlichen Dokumente erhalten sind, hat sich dort mit Sicherheit derselbe Prozess vollzogen wie in den benachbarten Provinzen Dalmatien und Epirus Nova. Aller Wahrscheinlichkeit nach war das Christentum in der Praevalitana vom 1. bis zum 3. Jahrhundert eine vereinzelte Erscheinung.
Ab dem 3. Jahrhundert lässt sich die Organisation der christlichen Kirche in der Praevalitana anhand archäologischer und schriftlicher Quellen verfolgen, vor allem in zwei Städten, Shkodra und Doclea, sowie in deren unmittelbarer Umgebung.
Nach den archäologischen Befunden finden sich die frühesten Spuren des Christentums in der Provinz Praevalitana im Dorf Lohe in der Umgebung der Stadt Koplik in Nordalbanien, wo ein christliches Gräberfeld aus dem 3. Jahrhundert entdeckt wurde, sowie auf einer Grabstele aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Kolovrat nahe der Stadt Prijepolje, an der sich das Nebeneinander von Heidentum und Christentum innerhalb einer Familie ablesen lässt.
An den anderen archäologischen Fundstätten, an denen Überreste verschiedener Kulturen der Hauptstädte der Provinz, Shkodra und Doclea, freigelegt wurden, hat man bisher keine Reste kirchlicher Bauten gefunden, die uns wichtige und wertvolle Hinweise und Fakten zur kirchlichen Organisation dieser Provinz bis zum 4. Jahrhundert liefern könnten. Ab dem 4. Jahrhundert jedoch finden sich nach den in Doclea durchgeführten Forschungen dort zwei Basiliken aus frühchristlicher Zeit. In den Küstenstädten Lezha, Ulcinj und Bar sowie an kleineren Orten wie Lohe, Shirq und Oblika (westlich von Shkodra) wurden Überreste verschiedener Basiliken aus der Zeit vom 4. bis zum 6. Jahrhundert sowie die Fundamente eines Benediktinerklosters entdeckt.
Aus den schriftlichen Quellen der Kirchengeschichte ist bekannt, dass die Kirche ab dem 4. Jahrhundert auch eine territoriale Organisation entwickelte, die sich auf die politisch-administrative Gliederung jener Zeit stützte. Die politische Metropole war in der Regel zugleich die kirchliche Metropole der Bischofsstädte in den Provinzen. Nach diesem Grundsatz wurden Salona (eine Stadt nahe Split) für Dalmatien und Shkodra für die Praevalitana auch zu kirchlichen Zentren von Metropolitan-Erzbistümern. Am besten lässt sich dies aus dem bekannten Werk „Illyricum Sacrum“ von Daniele Farlati und Jacopo Coleti ersehen, in dem die Namen aller übrigen Bischöfe der illyrisch-albanischen Provinzen aufgeführt sind, in denen man etwa neunzehn Diözesen zählte: im Alten Epirus mit der Metropole Nikopolis, im Neuen Epirus mit der Metropole Durrës, in der Praevalitana mit der Metropole Shkodra und in Dardanien mit der Metropole Skopje (Scupi).
Im „Illyricum Sacrum“, Band VII, von Farlati wird der erste Bischof von Ulcinj, ohne seinen eigentlichen Namen, im Jahr 877 erwähnt. Von den übrigen albanischen Diözesen des 6. Jahrhunderts in der Praevalitana werden Lezha (Lissus – Alessio) im Jahr 592 und Bar (Antivari) im Jahr 599 erwähnt, während Drisht (Drivasto), ein Ort nördlich von Shkodra, schon vor dem Jahr 458 bekannt ist.
Shkodra als Erzbistum – das Jahr 387
Während die Metropolie von Salona unmittelbar dem Patriarchat von Rom unterstand, gehörte die Metropolie von Shkodra im 4. Jahrhundert zum Apostolischen Vikariat von Thessaloniki, das für die gesamte Präfektur Ostillyricum zuständig war und damals von Bischof Rufus vertreten wurde. Für Shkodra als Hauptstadt der Provinz Praevalitana nennen D. Farlati und J. Coleti im „Illyricum Sacrum“, Band VII, Bassus im Jahr 387 als ersten Bischof der Metropolie. Er wird außerdem in einem Brief von Papst Siricius (384–399) um das Jahr 381 erwähnt. Es folgen die Erzbischöfe Senecio im Jahr 431, Andreas 519, Stephanus 590, Johannes 598, während als letzter Erzbischof Constantius im Jahr 601 genannt wird. Auf dem Konzil von Chalkedon im Jahr 451 begegnen wir unter anderen zum ersten Mal für die Diözese Doclea dem Bischof Evandrus, im Jahr 450. Die Geschichtsschreibung hat jedoch die nötigen Angaben zur Geschichte der Diözese und die Namen ihrer Bischöfe bis zum 9. Jahrhundert nicht bewahrt, abgesehen vom Namen des Paulus im Jahr 590 und des Nemesion im Jahr 602. Ebenso schweigt die Geschichte fünf Jahrhunderte lang über das Schicksal der Metropolie Shkodra selbst, bis zum Jahr 1141, als wir auf ihrem Sitz keinen Metropoliten mehr finden, sondern einen einfachen Bischof namens Georgius.
Da das Papsttum sah, dass einige Diözesen Ostillyricums sich der byzantinischen Kirche angeschlossen hatten, erließ Clemens III. am 8. Januar 1089 in Rom die Bulle „Quia divina pietas“ (Weil die göttliche Güte) an den Bischof von Bar, Petrus, „Petro Diocliensis sedis Archiepiscopo“ (an Petrus, Erzbischof des Sitzes von Doclea). Damit gründete er eine eigene Kirchenprovinz für Doclea, belebte die frühere Metropolie wieder, gab ihr eine neue Gestalt, wandelte sie in die Metropolie Doclea-Bar um und verlieh ihr das Recht, die Bischöfe der Provinz Doclea für immer zu ernennen. So entstand aus der alten und der neuen eine einzige Metropolitankirche mit zehn Diözesen. Ohne die Diözese Doclea-Bar mitzuzählen, unterstellte die Bulle dem Metropoliten von Bar neun weitere Diözesen: Kotor (Scatarensem), Ulcinj (Dulchinensem), Shas (Saucinensem), Shkodra (Scodrensem), Drisht (Drivastinensem), Pult (Polatinensem), Serbien (Serbiensem), Bosnien (Bosniensem) und Trebinje (Tribensem), dazu die Kirchen mit allem, was ihnen gehörte, und die Klöster, sowohl die der Dalmatiner als auch die der Griechen und Slawen.
Die Diözese Shkodra während der osmanischen Herrschaft
Für die Diözese Shkodra (Scodra, Scodrien, Scutarum, Shkodra, Iskanderie), die seit ältester Zeit, seit dem Jahr 387, besteht, findet sich für die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts der Vermerk, dass es dort 26 islamisierte Familien gab. Die erste Kirche, die die Türken nach der Einnahme der Burg von Shkodra (1478–1479) in eine Moschee umwandelten und die außerhalb der Burgmauern lag, ist die Kirche „Mutter vom Guten Rat“ (Madonna del Buon Consiglio), die die Türken 1478 Moschee Sultan Mehmeds II. nannten. Wenig später machten die Türken auch eine weitere Kirche, die ebenfalls außerhalb der Burgmauern lag, zur Moschee und nannten sie „Kasem Ali Sulltania“. Im Jahr 1479 erlitt auch die Kathedrale des hl. Märtyrers Stephanus innerhalb der Burg dasselbe Schicksal wie die beiden vorigen Kirchen.
So zerstreute sich nach dem endgültigen Fall von Shkodra und trotz der Bemühungen des Dominikaners P. Bartoli aus Epirus, die Lage zu beruhigen, die Bevölkerung aus Angst und wanderte in alle möglichen Richtungen ab. Allein nach Venedig flohen 3.300 Katholiken.
Nach der Festigung der türkischen Herrschaft und dem Erlass Sultan Selims II. von 1569, wonach im ganzen Reich, außer in Konstantinopel, Bursa und Adrianopel, alle Kirchengüter zu beschlagnahmen waren, verschlechterte sich die Lage im Bistum Shkodra, im Erzbistum Bar und in den anderen noch weiter, da die Türken fast alle Besitzungen und Güter der Kirche an sich rissen. Zugleich stieg in den Pfarreien die Zahl der in Moscheen umgewandelten Kirchen und die Zahl der Katholiken, die zum Islam übertraten. So wurde die immer weitere Ausbreitung der Islamisierung von Tag zu Tag deutlicher.
Nach dem Bericht von Kardinal Santori vom 15. Juli 1590, veröffentlicht in „La Civiltà Cattolica“, durften die Bischöfe von Shkodra auf Anordnung der türkischen Obrigkeit das Bistum nicht mehr vom bisherigen Sitz aus leiten, sondern mussten dies von einer Pfarrei in der Umgebung aus tun. So wurde das Bistum Shkodra nach diesem Bericht vom alten albanischen Benediktinerkloster der hll. Märtyrer Sergius und Bacchus (S. S. Martyrum Sergii et Bachi) aus geleitet, das nach Thallocsy bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht. Vom Alter dieses Klosters war im Übrigen auch bei der Weihe der katholischen Kirche von Kotor am 19. Juni 1166 die Rede, wo es unter anderem heißt: „Majo episccopus (Chalharensis) cum episcopis Lazzaro Albanensi et cum Martino Drivastensi et cum Johanne episcopo Dulcinensi, adiunctis abbatibus…et Petro abbate (archimandrita) sanctorum Sergii et Bachi…ecclesiam sancti Trifonis consecrat…“ (Bischof Majo von Kotor (Chalharensis) mit Bischof Lazarus von Arbanon, mit Martin von Drisht und mit Bischof Johannes von Ulcinj, unter Beteiligung der Äbte … und des Petrus, Abt (Archimandrit) der Heiligen Sergius und Bacchus … weiht die Kirche des hl. Tryphon). Doch die Türken fielen sogleich auch über dieses Kloster her, das 15 Meilen von Shkodra entfernt am Unterlauf der Buna, an ihrem linken Ufer, im Dorf Shirq lag und das laut der Inschrift der Kirche im Jahr 1290 die katholische Königin Helena wiederaufgebaut hatte, genannt Königin von Serbien, Doclea, Albanien, Dalmatien …, die Gemahlin Stefan Uroš’ I. (1237–1272). Nach dem Zeugnis des Bischofs von Shkodra, Francisco Borci, aus dem Jahr 1790 war diese Kirche die schönste in ganz Albanien. Ebenso konnte diese prächtige Kirche nach dem Berichterstatter des Heiligen Stuhls, dem Erzbischof von Bar Marin Bizzi, im Jahr 1610 3.000 Menschen fassen. Bei der Eroberung durch die Türken wurde die Kirche im Inneren zerstört und vollständig geplündert.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verwüsteten die Türken dieses Heiligtum (diesen Tempel), das lange Zeit an diesem Ort ein „panairio S. Sergii de Zenta“ gewesen war, bis auf die Grundmauern. Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass die Kirche im Jahr 1602 wiederhergestellt wurde. Daran erinnert uns ein Schreiben des Bischofs von Shkodra, Dominicus Babichius, der, weil ihm die Türken verboten, seine Tätigkeit in Shkodra auszuüben, an diesem Ort in den Jahren 1679 und 1682 zwei Diözesansynoden abhielt.
Nach dem Bericht des Berichterstatters des Heiligen Stuhls, des Erzbischofs von Durrës Shtjefën Gaspri, vom 8. September 1671, den der Ordensmann Benedikt Dema eingehend untersucht hat, verschlechterte sich die Lage im Bistum Shkodra von Tag zu Tag. Was Erzbischof Gaspri schrieb, war nichts Außergewöhnliches, denn darüber wie auch über die Zahl der Katholiken im Bistum berichteten auch andere Berichterstatter, so Marin Bizzi im Jahr 1610, Giorgio Bianchi (Gjergj Bardhi) im Jahr 1621, Benedetto Ursini im Jahr 1628, P. Bonaventura di Palazzo im Jahr 1634 und viele andere.
Nach dem Bericht von P. Domen Andriasco aus dem Jahr 1623 und der Relation von Shtjefën Gaspri aus dem Jahr 1671 war die Diözese Shkodra in zwei Teile gegliedert: den oberen, gebirgigen und den unteren, flachen Teil. In der Diözese waren nicht alle Pfarreien mit Pfarrern besetzt, vor allem in ihrem oberen Teil. Aus Furcht vor Ermordung und anderen Gefahren waren die Priester in größeren Zentren konzentriert, von denen aus sie die unbesetzten Pfarreien betreuten. Die Zentren der Priester im oberen Teil der Diözese (dem Bergland) waren nach dem Berichterstatter, Erzbischof S. Gaspri, folgende: Rrjoll, wo damals der Missionar des Heiligen Stuhls P. Clemente aus Brindisi, ein Reformat-Franziskaner, wirkte, der als Hirte für etwa 10 große Dörfer sorgte, die zu Pfarreien zusammengefasst waren und insgesamt 315 Häuser mit 2479 Seelen zählten; Hoti, wo die Missionare P. Leoni da Cittadella und P. Angello Milanese wirkten und das 416 Häuser mit 2580 Seelen zählte; Gruda, wo P. Bartolomeo da Urbino und P. Domenico dalle Grotta wirkten und das 306 Häuser mit 2.500 Seelen hatte.
Die genannten Missionare und viele andere kamen zu den albanischen Gläubigen, weil es an einheimischen Priestern und Ordensleuten fehlte und weil es dringend notwendig war, den katholischen Glauben zu bewahren, der unter dem türkischen Terror von Tag zu Tag schwächer wurde, da die Katholiken in großer Zahl zum Islam übertraten. Angesichts dieser Lage begann die Kongregation für die Verbreitung des Glaubens (De Propaganda Fide, gegründet 1622) auf Bitten des Bischofs von Sapa, Giorgio Bianchi (Gjergj Bardhi), ab 1634 Reformat-Franziskaner aus Italien als Missionare nach Albanien zu entsenden, die über Venedig in das besetzte Albanien kamen.
Die Pfarreien im Gebiet von Shkodra, die sich am Ufer der Buna zum Meer hin erstreckten, sowohl auf ihrer östlichen als auch auf ihrer westlichen Seite, waren größtenteils mit Pfarrern „besetzt“ – einheimischen Priestern, die man Diözesanpriester nannte. So hatte dieser Teil der Diözese nach dem Berichterstatter Sh. Gaspri 15 einheimische Priester sowie 1050 Häuser mit 11.734 Seelen. Die gesamte Diözese zählte im Jahr 1671 2097 Häuser mit 19.293 Seelen.
Schicksal und Unglück dieser Kirche waren zugleich Schicksal und Unglück dieses Volkes und der Menschen im Norden Albaniens. Das zeigte sich bei der Eroberung der Burg Rozafa und der Umwandlung der Kathedrale der Stadt im 15. Jahrhundert in eine Moschee, für die geistlichen Bedürfnisse der osmanischen Soldaten und später der islamisierten Albaner. Das Haus des Bischofs befand sich im Jahr 1451 in der Stadt neben der Kathedrale, die dem hl. Stephanus, dem Erzmärtyrer, geweiht war. Die Ruinen dieser Kirche, die in die Musllupi-Moschee umgewandelt worden war, waren nach Gjush Sheldija bis 1950 mit Erde bedeckt zu sehen.
Von Interesse für das Kloster und die Geschichte der katholischen Kirche ist auch die Darlegung von Kardinal Santori vor dem Rat seiner Mitbrüder am 15. Juli 1590, in der er unter anderem betonte, „dass es in Shkodra die Kathedrale gibt, die dem hl. Stephanus, dem Erzmärtyrer, geweiht ist, welche die Türken in eine Moschee umgewandelt haben, und dass keinem Katholiken erlaubt ist, sich in der Stadt aufzuhalten“.
In den ersten zwei Jahrhunderten der osmanischen Herrschaft konnten die Bischöfe und Pfarrer nicht in der Stadt wohnen, sondern mussten in den Dörfern Shirq und Barbullush leben. 1656 lebte Imzot Pjetër Bogdani in der Höhle von Rrjoll und in jener von Juban. Das Pfarrhaus von Shkodra lag zur Zeit des Pfarrers Pal Kamsi im Jahr 1737 im Viertel Tophana (wo die Osmanen die Kanonenkugeln für den Angriff auf die Burg herstellten), und daneben stand die in eine Moschee umgewandelte Kirche des hl. Nikolaus am Ufer bei der Brücke von Kërçira. 1917 wurde in dieser Moschee ein Weihwasserbecken gefunden, das im Historischen Museum von Shkodra aufbewahrt wird.
Nach dem Taufregister gab es zur Zeit von Pal Kamsi in der Stadt Shkodra 181 Familien, von denen ein Teil auch aus den Dörfern rund um die Stadt zugezogen war.
Im Jahr 1745, als Dom Lazër Kançi Pfarrer war, befand sich das Zentrum der Stadtpfarrei in Tophana. Die Kirche war dem hl. Dominikus (Shën Deda) geweiht, und die Pfarrei zählte 150 Häuser mit 680 Gläubigen, einschließlich des nicht weit von der Stadt gelegenen Dorfes Rrëmaj mit 16 Häusern und 96 Katholiken. In der Stadt gab es außerdem 7 Häuser von Laramanë (Menschen mit doppeltem religiösem Leben, die sich in der Öffentlichkeit als Muslime zeigten, zu Hause aber die Riten des katholischen Glaubens bewahrten) mit 33 Gläubigen. Lehrer der Schule in Tophana war Jak Kolë Kamsi. Im Pfarrhaus von Tophana wurden mehrere Diözesansynoden abgehalten, nämlich am 11. November 1757, am 26. Januar 1785, am 8. Februar 1787 usw.
Der erste Bischof, der sich 1742 in Shkodra niederließ, war Imzot Pal Pema Kamsi (1742–1771). Während seiner 29 Jahre als Bischof mit Sitz in der Stadt verwaltete er einige Jahre lang auch die Kirche von Bar.
Je nach der politisch-gesellschaftlichen Lage wurden die Pfarreien im 18. bis 20. Jahrhundert mehrmals neu geordnet, um den unterdrückten und unter dem Druck zur Konversion zum Islam stehenden katholischen Gläubigen näher zu sein.
Im Jahr 1745 waren die Pfarreien der Diözese in den Pfarrgebieten Nënshkodra und Mbishkodra sowie in den Missionen der Franziskanerpatres zusammengefasst.
Im Jahr 1777 hatte die Diözese 18 Pfarreien. Im Jahr 1849 betrug die Zahl der Pfarreien nach der Relation von Imzot Ivan Topiq an die Propaganda Fide in Rom 25. Mit der Neuordnung der Diözese in den Jahren 1877–1893 war die Zahl auf 30 Pfarreien gestiegen.
Infolge der Gebietsveränderungen, die die Großmächte auf dem Berliner Kongress (1878) und auch später beschlossen, wurden einige Pfarreien der Diözese Shkodra aus deren kirchlicher Jurisdiktion herausgelöst. Dazu gehörten die Pfarreien im Gebiet von Ulcinj sowie die Pfarreien der Malësia von Tuzi.
Während der türkischen Herrschaft fehlte es den Katholiken auch an Gotteshäusern. Die Besatzer erlaubten keinen Kirchenbau. Im Jahr 1849 gab es in der ganzen Diözese Shkodra 14 Kirchen und 6 Ordenshospize (Herbergen für Arme) der reformierten Franziskanerpatres (O.F.M.); von diesen Kirchen gehörten 6 zur Mission von Kastrati, während 11 weitere Pfarreien überhaupt keine Gotteshäuser hatten. Tausende Katholiken feierten die Messe unter freiem Himmel.
Der Bau der Kathedrale von Shkodra
Nachdem sich das österreichisch-ungarische Protektorat gefestigt hatte, verlangten die Gläubigen von Shkodra, dass die Kathedrale und die Residenz des Erzbischofs in Serreq gebaut würden, wo sie sich bis heute befinden.
Auf die Bitte der Gläubigen von Shkodra hin erteilte der Sultan 1851 den Ferman (die Erlaubnis) zum Bau der Kirche.
Mangels finanzieller Mittel begannen die Arbeiten erst sieben Jahre später, am 7. April 1858. Nachdem das Kreuz dort aufgestellt worden war, wo heute der Hochaltar steht, und die Absteckpflöcke eingeschlagen waren, verlas der Wali von Shkodra, Avdi Pascha, den Ferman (das Dekret) Sultan Abdülmecids, der den Bau der Kathedrale erlaubte, und überreichte als dessen Geschenk 700 (siebenhundert) türkische Goldlira. Die Kirche wurde „auf dem Acker von Marin Gjonej gebaut, der das Land schenkte“.
Imzot Ivan Topiq (1853–1859), ein Franziskaner aus Split, segnete den Grundstein an der Ecke der Kirche, wo bis heute ein eingemauerter dreieckiger Stein mit einem Auge und den eingemeißelten italienischen Worten „Dio vede tutto“ (Gott sieht alles) zu sehen ist. Bei dieser Feier waren anwesend: Dom Engjëll Radoja, Pfarrer der Stadt, mit weiteren Hilfspriestern – Dom Engjëll Tanushi, Dom Mëhill Maraqi, Dom Zef Paci (Shestani), Dom Simon Berisha –, Hafiz Daut Efendi Boriçi, das in Shkodra akkreditierte Konsularkorps, die Bischöfe der Suffraganbistümer, der Ordens- und Weltklerus, die Diakone des Diözesanseminars, die Notabeln und das Volk. In einer vom verstorbenen Gjush Sheldija veröffentlichten Schrift werden auch die Namen von etwa 170 Anwesenden dieser Feier genannt.
Der historische Augenblick der Segnung des Grundsteins der Kathedrale wurde 1968 in dem gleichnamigen Gemälde der Maler Simon Rrota und Dom Injac Dema verewigt.
Für den Bau der Kirche schenkte Papst Pius IX. 1000 (tausend) Goldscudi und Kaiser Franz Joseph von Österreich 150 (hundertfünfzig) Goldnapoleons. Auch die Frauen von Shkodra blieben nicht zurück: Wie man im Volk sagt, „nahmen sie den Goldschmuck vom Hals und warfen ihn in die Fundamente“.
Die Kathedrale von Shkodra wurde vom Volk die Große Kirche genannt, da sie zur Zeit ihres Baus eine der größten Kirchen auf dem Balkan war. Das Volk wollte sie so groß wie den „Mailänder Dom“.
Die Maße der Kirche sind: Länge 74,50 m, Breite 23,50 m, Höhe 23,50 m. Die Kirche war für 4000 sitzende und 2000 stehende Gläubige berechnet; nutzt man auch alle Seitenräume, fasst sie 7.000 Menschen.
Zur Überwachung der Arbeiten wurde eine eigene Kommission eingesetzt. Der ausführende Ingenieur war ein Österreicher. Aus Österreich kamen auch die metallenen Dachbinder. Es heißt, dass während des Baus die Kuppel der Kirche zweimal einstürzte. An der Holzdecke arbeitete der Architekt Arsen Idromeno. Außer dem Hochaltar wurden 5 weitere Altäre errichtet, so der des Heiligen Hauses, der hl. Maria Magdalena, des hl. Laurentius, des hl. Antonius, des Herzens Jesu und des hl. Nikolaus. Die Altäre wurden mit Hilfe von Wohltätern aus Shkodra errichtet.
Der Bau der Kirche dauerte 7 Jahre. Sie wurde 1865 fertiggestellt und vom Erzbischof von Shkodra, Imzot Luigj Çurçia (1859–1866), einem Franziskaner aus Ragusa, geweiht und der „Mutter vom Guten Rat“ gewidmet, während das Erzbistum dem hl. Stephanus, dem Erzmärtyrer, geweiht wurde.
Shkodra – Metropolitan-Erzbistum
Als bedeutendes Ereignis für die albanische Kirche im 19. Jahrhundert ist die Maßnahme des Heiligen Stuhls in Erinnerung geblieben, der wegen der Erfordernisse der Lage vor Ort, um die jahrhundertelange Treue der Kirche von Shkodra zur Kirche von Rom zu würdigen und um ihre Verantwortung für die Zukunft zu stärken, mit dem päpstlichen Schreiben Pius’ IX. vom 15. März 1867 die Diözese Shkodra ehrte, indem er sie in den Rang eines Erzbistums und einer Metropolie erhob. So wurde zur Zeit des Metropoliten Karl Pooten (1867–1886) aus Trier (Köln, Deutschland) der Residenzsitz von Bar nach Shkodra verlegt, mit dem Titel: Metropolitan-Erzbischof von Bar und Shkodra und Primas (von Serbien).
Während Pooten dieses Erzbistum leitete, setzten die Jesuiten ihre Arbeit im religiösen und kulturellen Bereich mit noch größerer Intensität fort. Sie gründeten 1870 die erste Druckerei unter dem Namen „Zoja e Papërlyeme“ (Unbefleckte Jungfrau), errichteten die öffentliche Kapelle des hl. Josef und begannen mit der Katechese für Kinder. 1877 gründeten die Jesuiten außerdem das Institut des hl. Franz Xaver für die Jungen von Shkodra, dessen Finanzierung die österreichische Regierung übernahm. Schon 1878 nahm innerhalb dieses Instituts auch eine vollständige Grundschule ihre Arbeit auf.
Erzbischof Pooten unternahm in Shkodra große Anstrengungen, die einstige Metropolie Shkodra in kirchlicher und religiöser Hinsicht wiederaufzurichten, und hielt 1871 in Shkodra auch das gesamtalbanische Konzil ab, dem er zugleich als päpstlicher Delegat vorstand.
Zur Zeit von Imzot Pashko Guerrini (1886–1910), als Dom Pashko Junku Pfarrer von Shkodra war, wurden 1890 unter der Leitung des Ingenieurs Kolë Idromeno drei Glocken im neu errichteten Glockenturm aufgehängt. Die Ausmalung im Inneren der Kirche besorgten zunächst österreichische Maler, später weitere ausländische und einheimische Maler. Von diesen Malern seien im Lauf der Jahre Ndoc Martini, Fratel Arturo Sala, die Servitenschwester M. Gjyljana aus Triest, der Franziskaner Lochuan, Pjetër Deda, Injac Dema, Tish Stajka, Simon Rrota u. a. genannt. Kolë Idromeno und Gaspër Saraçi malten in der Kuppel über dem Altar die „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ mit der Apotheose der Eucharistie. Nach 1905 „wurde in der Kuppel des Hochaltars das Bild der Mutter vom Guten Rat gemalt“. Kirche und Glockenturm wurden im Lauf der Jahre beschädigt. Beim Erdbeben von 1905 wurde die Kirche schwer beschädigt, besonders ihre linke Seite. Die Reparaturarbeiten führte Kolë Idromeno aus.
Während des Balkankriegs (1912–1913), als Jak Sarreqi (1910–1921) Bischof war, erlitt die Kirche durch die Bombardierung der Stadt durch die Montenegriner zahlreiche Schäden. Der Altar der Heiligsten Dreifaltigkeit und der der hl. Maria Magdalena wurden teilweise zerstört. Am 19. März 1913 schlugen drei Granaten in den südöstlichen Teil der Kirchenmauer ein und verursachten den Brand des Glockenturms, den Absturz der Glocken und die Zerstörung der Uhren, die Mitglieder der Familie Kakarriqi gestiftet hatten.
Während des Balkankriegs diente die Kirche einer großen Zahl von Familien aus der Stadt als Zufluchtsort, da sie glaubten, die Montenegriner würden dieses heilige Gebäude nicht bombardieren. In der Kirche fand während des Krieges kein Gottesdienst statt; die Gottesdienste wurden in der Kapelle des Pfarrhauses gehalten.
Die Kathedrale war zur Zeit von Imzot Lazër Mjeda (1922–1935) ein wichtiger Ort nicht nur für die pastorale Bildung und die Gottesdienste, sondern auch für zahlreiche religiös-kulturelle Veranstaltungen. Das religiöse und kulturelle Leben stand auch zur Zeit von Imzot Gasper Thaqi in den Jahren 1936–1946 weiterhin im Mittelpunkt.
Die Kirche von Shkodra und die kommunistische Diktatur
Während des kommunistischen Regimes erfüllte die Diözese Shkodra unter ihrem Hirten Imzot Ernest Çoba (1958–1980) trotz des politischen Drucks weiterhin ihre pastoralen Aufgaben, wenn auch selbstverständlich unter Schwierigkeiten.
Am 8. Dezember 1954 wurde aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums der „Unbefleckten Empfängnis“ in der Kathedrale ein Pontifikalamt gefeiert. Ein Pontifikalamt wurde auch am 30. Januar 1955 anlässlich des Todes von Imzot Pjetër Dema und am 11. November 1956 anlässlich des Todes von Imzot Bernardin Shllaku gefeiert.
Im Frühjahr 1956 hatten unter der Obhut von Imzot Ernest M. Çoba die Vorbereitungen für die Hundertjahrfeier der Grundsteinlegung der Kathedrale begonnen. Aus diesem Anlass begann die Ausmalung der ganzen Kirche mit farbigen Dekorationen, ausgeführt von Injac Dema, Pjetër Deda und Tish Staka. Das Neue Testament malte Injac Dema, ein Kleriker des Erzbistums Durrës, das Alte Testament dagegen Aleks Baqli, Pjerin Sheldija, Ferdinand Paci, Cin Lezhja, Tish Staka und zum größten Teil Gjovalin Saraçi. Die Apsis mit dem Gewölbe, in der der Fortgang der „Mutter vom Guten Rat“ dargestellt ist, malte Atë Leon Kabashi mit Injac Dema als Gehilfen. Gegenüber dem Hochaltar sind die vier großen Propheten dargestellt: Jesaja von Pjerin Sheldija, die drei anderen von Dom Ndrekë Krroqi. Im hinteren Teil der Kirche sind die Hauptstücke des Katechismus von Zef Vata gemalt. Bei dieser Gelegenheit wurde am 29. Juni 1958 auch der Grundstein des neuen Altars der Kathedrale gesegnet, und Imzot Ernest M. Çoba feierte die Messe. An den Hauptsäulen der Kirche waren die Bilder der Erzbischöfe und der Pfarrer angebracht, die dem katholischen Volk von Shkodra in den Jahren 1858–1968 gedient hatten.
In der Kathedrale waren die Gebeine von Imzot Karlo Pooten, Pashko Guerrini, Imzot Lazër Mjeda und Imzot Gaspër Thaqi beigesetzt; sie wurden 1967 entfernt und irgendwo auf den Friedhof von Rrëmaj gebracht und gelten seither als verschollen.
Die antireligiöse Kampagne der kommunistischen Diktatur im Jahr 1967 führte zur Schließung aller Kirchen in Albanien. Einige wurden zerstört, andere in Veranstaltungssäle oder Lagerhäuser umgewandelt, während die Kathedrale von Shkodra zu einem Sportpalast wurde. 1973 fand dort der VII. Kongress der kommunistischen Frauen Albaniens statt.
Die Wiedergeburt des Erzbistums
Der Fall der Berliner Mauer und der Zusammenbruch des Kommunismus brachten den Geist der Freiheit auch nach Albanien.
Nach der ersten Messe, die Dom Simon Jubani am 4. November 1990 auf dem Friedhof von Rrëmaj feierte, wurde die Kathedrale am 7. März 1991 von Atë Aleks Baqli OFM wiedereröffnet. Der ersten Messe stand Dom Zef Simoni mit weiteren Priestern in Anwesenheit Tausender Gläubiger vor. Auch Mutter Teresa von Kalkutta war zugegen. Im selben Jahr, im März, als die Kathedrale noch die Gestalt des Sportpalastes hatte, feierte Erzbischof Claudio Celli, Vertreter des Heiligen Stuhls, die Messe. Am 24. April 1991 weihte Imzot Nikollë Troshani Dom Gjergj Simoni, den ersten Priester nach der Diktatur.
Ende 1991 begannen, vom Heiligen Stuhl finanziert, die Arbeiten zur Wiederherstellung des früheren Zustands der Kathedrale. Die Arbeiten, die sich auf den Rückbau der Struktur des Sportpalastes und die Restaurierung des Gebäudes innen und außen konzentrierten, wurden Mitte April 1993 abgeschlossen, kurz vor dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Albanien. Ebenfalls kurz vor dem Besuch des Papstes, am 21. Februar 1993, weihte Kardinal Jozef Tomko den Hauptaltar der Kathedrale.
1993 wurden nach Abschluss der Restaurierung die Statue des hl. Michael, der den Teufel vertreibt, ein kostbares Holzwerk von Kolë Idromeno, und eines der beiden marmornen Weihwasserbecken, ein Geschenk der Familie Pema, wieder an ihren Platz gestellt. Am 25. April 1993 feierte der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., bei seinem historischen Besuch – dem ersten Besuch eines Papstes in Albanien – in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius in Albanien, Ivan Dias, verschiedener eigens zu diesem Fest angereister Bischöfe und auch der seligen Mutter Teresa von Kalkutta die heilige Messe und weihte die ersten vier Bischöfe der katholischen Kirche im wiedererstandenen Albanien: Imzot Frano Illia, Metropolitan-Erzbischof von Shkodra und Apostolischer Administrator von Lezha, Sapa und der Abtei Orosh; Imzot Rrok Mirdita, Erzbischof von Durrës-Tirana; Imzot Robert Ashta, Bischof von Pult; und Imzot Zef Simoni, Weihbischof von Shkodra.
Nach der Neuordnung der kirchlichen Hierarchie begann auch in der Kathedrale das pastorale Leben wieder aufzublühen. In den ersten Jahren der Demokratie war Zef Simoni (1991–1993) Pfarrer, der die Wirklichkeit der Stadt Shkodra gut kannte. Danach hatte in den Jahren 1993–1995 der betagte Priester Dom Loro Nodaj das Pfarramt inne.
Von Anfang an bis 1995 erscheint die Kathedrale von Shkodra als der „Mutter vom Guten Rat“ geweiht. 1996 ist offenbar ein Wechsel des Pfarrpatrons erfolgt. Die Pfarrkirche – die Kathedrale – ist dem hl. Stephanus, dem Erzmärtyrer, geweiht, der zuvor als Patron des Erzbistums Shkodra gefeiert wurde.
Imzot Frano Illia wurde in hohem Alter zum Erzbischof gewählt, daher war seine Amtszeit an der Spitze dieses Sitzes kurz. Er starb am 22. Oktober 1997. Am 28. März 1998 ernannte der Heilige Stuhl Imzot Angelo Massafra zum Metropolitan-Erzbischof von Shkodra und Apostolischen Administrator von Sapa. Mit dieser Ernennung nahm das pastorale Leben feste Gestalt an und schritt in allen Bereichen zügig voran. Einen Anstoß in diese Richtung gab der Pfarrer Dom Lucjan Avgustini (1995–2006), der das pastorale Leben gut organisierte, indem er Ordensschwestern und ausgebildete Laien mit der Katechese und der Leitung der Jugendgruppen betraute. Anfang 1997 bezog Pfarrer Dom Lucjan Avgustini das heutige Pfarrhaus, was die Verwaltung der Pfarrei insgesamt sowie die Gestaltung des sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens erleichterte. 1999 ließ er außerdem den neuen Glockenturm bauen, ein Geschenk des Emigranten Kolë Cacaj.
Wegen der Abwanderung der Bevölkerung aus den Bergregionen in die Ebene wurde die Diözese Pult am 25. Januar 2005 mit dem Erzbistum Shkodra vereinigt und erhielt den gemeinsamen Namen, den sie heute trägt: Erzbistum Shkodra-Pult.
Die Diözese Pult wurde im 9. Jahrhundert errichtet und war zunächst Suffraganbistum des Erzbistums Doclea, ab 1089 Suffragan von Doclea und Bar. Von 1340 bis 1520 bestanden zwei Diözesen Pult oder Pulati, genannt Groß-Pulati und Klein-Pulati. 1993 stellte der hl. Johannes Paul II. nach der kommunistischen Diktatur die albanische Hierarchie wieder her und errichtete dabei auch die Diözese Pult neu.
In der Kathedrale fanden auch Ereignisse von nationaler Bedeutung statt. So wurde am 10. November 2002 der kanonische Prozess zur Anerkennung des Martyriums von 40 Dienern Gottes eröffnet. Ebenfalls in der Kathedrale von Shkodra wurde dieser Prozess am 8. Dezember 2010 abgeschlossen; hinzu kamen viele weitere Veranstaltungen.
Im April 2008 wurde das zweite Jubiläum des Kirchbaus gefeiert, der 150. Jahrestag der Segnung des Grundsteins. Auf Bitten des Erzbischofs von Shkodra, Imzot Angelo Massafra, erklärte der Heilige Stuhl dieses Jubeljahr zur „Jubiläumszeit“, die sich vom 20. Oktober 2007 bis zum 20. April 2008 erstreckte.
Im Rahmen dieses Festjahres fand eine Reihe von Veranstaltungen statt, von denen hervorzuheben sind:
die „Wissenschaftliche Konferenz zum 150. Jahrestag der Grundsteinlegung der Kathedrale“ (23. April 2008) und die Weihe der Kathedrale am 12. Januar 2008 durch den Erzbischof, Imzot Angelo Massafra, und Kardinal Franc Rodé.
In der Krypta der Kathedrale wurden gemäß dem Kirchenrecht Imzot Frano Illia, Imzot Robert Ashta, Kardinal Mikel Koliqi und Imzot Zef Simoni beigesetzt; außerdem wurden die Gebeine von Imzot Ernesto Çoba (vom städtischen Friedhof in Tirana überführt) und von Imzot Benjamin Alberti (1832–1838) aus der Kirche der hl. Maria Magdalena in Kazena (Tarabosh) hierher umgebettet.
Mit dem Kommen des Pfarradministrators Dom Artur Jaku (2014) werden die Kathedrale und ihr Umfeld mit einer neuen Vision betrachtet. Es wurde ein Gesamtprojekt für die Gestaltung der Umgebung der Kathedrale erarbeitet. Die Arbeiten am Platz vor der Kathedrale wurden nach diesem Projekt ausgeführt. Außerdem wurde an der Restaurierung der Kapellenkirche auf dem legendären Friedhof von Rrëmaj sowie an einer geordneten Pflege und Erhaltung gearbeitet.
Ein außergewöhnliches Ereignis war am 5. November 2016 die Seligsprechung von Imzot Vinçenc Prennushi und 37 Gefährten, Märtyrer, in der Kathedrale von Shkodra.
All dies steigert den Wert dieses Erzbistums und dieses Tempels Gottes angesichts der Herausforderungen, vor denen es in der heutigen Zeit steht.
Dom Nikë Ukgjini